konzept

Obwohl ihre Interessensgebiete und Vorgehensweisen äußerst verschieden sind, treffen sich die beiden Künstler seit 2016 regelmäßig an Sonntagnachmittagen, um gemeinsam zu arbeiten. Meist spielt dabei ein aktuelles politisches Thema die Rolle eines Teasers: Es bildet die Grundlage eines Dialogs, der sich in der gemeinsamen künstlerischen Produktion abbildet.

 

Im Vordergrund ihrer Arbeiten steht weniger der Inhalt als vielmehr das Zusammen-Arbeiten selbst: Als diskursorientierter Prozess, von dem das Werk als Relikt bestehen bleibt. Das Endprodukt fungiert dabei als Zeugnis der künstlerischen Tätigkeit, das Thema als Zündfunke für ein weiteres Bild.

 

Die zur Kunst hochstilisierte Arbeit wirkt jedoch wie losgelöst vom Inhalt, der nur mehr über den Titel bestehen bleibt. Denn die inhaltliche Auseinandersetzung beider Künstler mit der Thematik geschieht vor allem im besagten Dialog, der sich zwischen den Künstlern während der gemeinsamen malerischen Arbeit am Bild ent- und abwickelt. Das fertige Bild soll ganz bewusst auch rein formal betrachtet als eigenständige Arbeit funktionieren, das heißt nach rein ästhetischen Kriterien und unabhängig von seinem politischen Thema.

 

Ein Bild entsteht. Sein Titel verweist auf eine aktuelle politische Thematik. Brisant! Aber wer das nicht weiß, wer den Titel nicht liest, sieht eben nur ein abstraktes Gemälde, ein schönes Farbenspiel, das bestenfalls die Frage nach dem “warum” herausfordert. Eigentlich hat doch das Bild kaum etwas mit dem Titel und der Thematik, auf die er anspielt, zu tun! Nur dem Eingeweihten fällt dann höchstens die Bedeutung mancher Details auf: Symbole wie der VW Käfer im Bild “Ich will gar nicht arbeiten, nur Lohn” oder die ins Diptychon “Old Debts?” eingeritzten Namen derer, die in den Völkermord an den Herero und Nama verwickelt waren…

Dass die Arbeiten, an sich betrachtet, gar keine Auseinandersetzung mit dem Thema veranschaulichen ist ein ganz bewusster Kniff der beiden Künstler, die zwischen Ernst und Ironie hin und her pendeln. Die Thematik bedingt die Malerei, diese aber wird zu einem Rätsel, das nicht gelöst werden möchte. Es bleibt ein Bild, das aus einem Thema geboren wurde, welches nicht verstanden werden kann – ebenso wenig wie man eine Malerei versteht.

Es spricht aber freilich nichts dagegen, diese Malereien interpretieren zu wollen. Logisch, wenn man versucht, das Abgebildete mit dem Titel in Verbindung zu bringen! Mit dieser Tendenz spielen die beiden Künstler bewusst, geben auch mit verschmitztem Lächeln den einen oder anderen Hint, lassen dem forschenden Blick des Betrachters ein verstecktes Detail, um ihn nicht gänzlich unbefriedigt von dannen zu schicken!

 

concept

Their fields of interest and approach may differ quite strongly, still, since 2016, both artists have been meeting steadily on Sunday afternoons to work together. Most of the time, their work revolves around a political topic, which will have the function of a teaser ― it creates the basis for a dialog that can be perceived within the joint artistic production.

 

It is not so much the content, but rather the working together itself that matters in their craft: a discourse-oriented process, leaving behind the artwork as a relic. The finished product is in the end the physical evidence of their artistic activity, and the topic then becomes the spark for a new piece of art.

 

However, the work-talked-up-as-art gives the impression of being detached from its content, now remaining only within the title. That is because the artists' confrontation with the topic happens during that dialog, unfolding ― and finally concluding ― between the two craftsmen while working together on a piece.

The finished work is consciously meant to also function as a purely formal art piece in its own right, that is, according to aesthetic criteria only, and independently of its political topic.

 

A piece is being generated: its title points to a current political issue. Explosive! But whoever does not know this, whoever does not read the title, will then only see an abstract painting, a beautiful interplay of colors, drawing out, at best, the question of the "why?" of it: but the painting doesn't really have much to do with the title and the topic it alludes to! It is only the chosen ones who may notice the meaning of certain details: symbols such as the VW beetle in the piece "I don't really want to work, just the pay", or in "Old Debts?", the engraved names of those involved in the genocide of the Herero and Nama...

 

The two artists, oscillating between earnestness and irony, very consciously do not want their work to visually portray any confrontation with its topic. Though influencing the work's creation process, the topic is a riddle that does not wish to be solved. It remains an art piece born out of a topic which cannot be understood ― just as you cannot understand a painting.

There is, however, absolutely no problem with wanting to interpret these paintings anyway. Trying to connect the visual with its title is only logical! It is precisely this tendency that the two artists are playing with, and they are leaving hints here and there, smiling mischievously in the process, giving the viewer's searching gaze a hidden detail, so as to not send them away utterly unsatisfied!